🍒 Schrotschusskrankheit erkennen, vorbeugen und wirksam bekämpfen
Alles über Symptome, Ursachen, Lebenszyklus und Behandlung der Schrotschusskrankheit an Obstbäumen
Die Schrotschusskrankheit gehört zu den häufigsten Pilzkrankheiten an Steinobstbäumen. Besonders häufig sind Kirschbäume, Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen und Pfirsiche betroffen. Charakteristisch für die Krankheit sind zahlreiche kleine Löcher in den Blättern, die aussehen, als wären sie mit Schrot beschossen worden – daher stammt auch der Name Schrotschusskrankheit.
Verursacht wird die Krankheit durch den Pilz Wilsonomyces carpophilus (früher Stigmina carpophila). Der Erreger befällt vor allem Blätter, kann aber auch Triebe, Knospen und Früchte schädigen. Besonders feuchte Witterung im Frühjahr und Frühsommer fördert seine Ausbreitung.
Ein leichter Befall bleibt oft ohne größere Folgen. Wiederholt sich die Krankheit jedoch über mehrere Jahre oder tritt sie besonders stark auf, kann der Baum frühzeitig Blätter verlieren, geschwächt werden und geringere Erträge liefern.
Mit einer frühzeitigen Diagnose, einer guten Baumpflege und gezielten vorbeugenden Maßnahmen lässt sich die Schrotschusskrankheit häufig gut eindämmen.

Schnelltest: Hat mein Obstbaum die Schrotschusskrankheit?
Treffen mehrere der folgenden Punkte auf Ihren Baum zu?
✅ Die Blätter zeigen zunächst kleine rotbraune Flecken.
✅ Aus den Flecken entstehen später runde Löcher.
✅ Die Blätter wirken wie mit Schrot beschossen.
✅ Vor allem Kirsch-, Pflaumen- oder Zwetschgenbäume sind betroffen.
✅ Auch Früchte zeigen kleine eingesunkene Flecken.
✅ Nach regenreichen Frühjahren tritt die Krankheit besonders stark auf.

📋 Auswertung
1–2 Punkte
Die Symptome sollten weiter beobachtet werden.
3–4 Punkte
Ein Befall mit der Schrotschusskrankheit ist wahrscheinlich.
5 oder mehr Punkte
Der Verdacht auf die Schrotschusskrankheit ist sehr hoch.

🍄 Was ist die Schrotschusskrankheit?
Die Schrotschusskrankheit ist eine weit verbreitete Pilzkrankheit an Steinobstbäumen. Ihren Namen verdankt sie dem auffälligsten Symptom: den zahlreichen kleinen Löchern in den Blättern, die den Eindruck erwecken, als wären sie mit Schrotkugeln durchlöchert worden.
Verursacht wird die Krankheit durch den Pilz Wilsonomyces carpophilus. Er befällt vor allem das junge Pflanzengewebe und kann Blätter, Triebe, Knospen sowie Früchte schädigen. Besonders empfindlich reagieren Steinobstarten wie Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Aprikosen und Pfirsiche.
Die Infektion beginnt häufig bereits im Frühjahr, wenn feuchte Witterung und milde Temperaturen ideale Bedingungen für die Ausbreitung der Pilzsporen schaffen. Regentropfen verteilen die Sporen auf junge Blätter und Triebe, wo sie in das Pflanzengewebe eindringen.
Im Gegensatz zu oberflächlichen Pilzbelägen wächst der Erreger in das Blattgewebe hinein. Die Pflanze reagiert darauf, indem sie das befallene Gewebe absterben lässt. Nach kurzer Zeit fällt dieses abgestorbene Gewebe heraus und hinterlässt die charakteristischen runden Löcher.
Gerade dieses Merkmal macht die Schrotschusskrankheit leicht erkennbar und unterscheidet sie von vielen anderen Blattkrankheiten.
Ein leichter Befall verursacht häufig nur geringe Schäden. Wiederholt sich die Krankheit jedoch über mehrere Jahre oder verliert der Baum frühzeitig einen großen Teil seiner Blätter, kann dies das Wachstum, die Fruchtqualität und den Ertrag deutlich beeinträchtigen.
Lebenszyklus der Schrotschusskrankheit
Der Pilz ist eng an den Jahresverlauf angepasst und nutzt vor allem feuchte Wetterperioden zur Ausbreitung.
❄️ Winter
Der Pilz überwintert in:
- befallenen Trieben,
- Knospen,
- Rindenspalten,
- Fruchtmumien.
Von außen sind viele Infektionsstellen kaum zu erkennen.
🌸 Frühjahr
Mit steigenden Temperaturen werden die überwinternden Pilzsporen aktiv.
Regen verteilt sie auf die jungen Blätter und Triebe.
Bereits wenige Stunden Blattnässe können für eine erfolgreiche Infektion ausreichen.
🌿 Frühsommer
Jetzt erscheinen die ersten rotbraunen Blattflecken.
Das Gewebe stirbt langsam ab.
Nach kurzer Zeit fallen die abgestorbenen Bereiche heraus.
Es entstehen die typischen Löcher.
☀️ Sommer
Der Pilz bildet neue Sporen.
Bei feuchtem Wetter kommt es immer wieder zu Neuinfektionen.
🍂 Herbst
Mit dem Laubfall gelangen viele Pilzsporen wieder in den Baum oder auf Pflanzenreste.
Dort überdauert der Pilz bis zum nächsten Frühjahr.
🌿 Symptome an den Blättern
Die ersten und auffälligsten Anzeichen der Schrotschusskrankheit zeigen sich an den Blättern. Bereits wenige Wochen nach dem Austrieb können die ersten Veränderungen sichtbar werden. Anfangs sind die Symptome oft unauffällig und werden leicht mit anderen Blattkrankheiten oder kleinen Verletzungen verwechselt. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf entwickelt sich jedoch das für die Schrotschusskrankheit typische Erscheinungsbild.
Charakteristisch ist, dass zunächst kleine rötlich-braune Flecken entstehen. Im weiteren Verlauf stirbt das befallene Blattgewebe ab und fällt schließlich heraus. Zurück bleiben zahlreiche kleine, nahezu kreisrunde Löcher, die aussehen, als wären die Blätter mit Schrot beschossen worden. Dieses auffällige Schadbild hat der Krankheit ihren Namen gegeben.
Besonders betroffen sind junge Blätter, da deren Gewebe noch weich und für den Pilz leichter zu infizieren ist. Je nach Witterung und Befallsstärke können nur einzelne Blätter oder nahezu die gesamte Baumkrone betroffen sein.
🟤 Kleine rötlich-braune Blattflecken
Die Krankheit beginnt meist mit kleinen, runden Flecken auf den jungen Blättern.
Diese Flecken sind anfangs:
- hellbraun,
- rotbraun,
- violettbraun,
- manchmal leicht rötlich umrandet.
Sie besitzen meist einen Durchmesser von nur wenigen Millimetern und treten zunächst vereinzelt auf.
Mit der Zeit werden die Flecken größer und deutlicher sichtbar. Bei starkem Befall erscheinen zahlreiche Flecken gleichzeitig auf einem Blatt.
Gerade in diesem frühen Stadium wird die Krankheit häufig mit Blattfleckenkrankheiten oder kleinen Insektenverletzungen verwechselt.
🔘 Absterbendes Blattgewebe
Nachdem der Pilz in das Blatt eingedrungen ist, reagiert die Pflanze mit einer natürlichen Abwehrreaktion.
Das befallene Gewebe stirbt langsam ab und trocknet ein.
Dadurch verändert sich die Farbe der Flecken zunehmend:
- zunächst rotbraun,
- später dunkelbraun,
- schließlich grau bis hellbraun.
Die abgestorbenen Bereiche grenzen sich deutlich vom gesunden grünen Blattgewebe ab.
🕳️ Die typischen „Schrotschusslöcher“
Das auffälligste Merkmal der Krankheit entsteht einige Zeit später.
Das abgestorbene Blattgewebe löst sich aus dem Blatt heraus und fällt ab.
Zurück bleiben zahlreiche kleine, runde Löcher.
Diese Löcher besitzen meist:
- einen Durchmesser von etwa 2 bis 5 Millimetern,
- glatte Ränder,
- eine nahezu kreisrunde Form.
Je nach Befallsstärke können nur wenige Löcher oder mehrere Dutzend Löcher auf einem einzigen Blatt vorhanden sein.
Dieses typische Schadbild ist nahezu unverwechselbar und ermöglicht häufig bereits eine sichere Diagnose.
🍃 Durchlöcherte Blätter
Mit zunehmendem Krankheitsverlauf wirken die Blätter immer stärker beschädigt.
Teilweise sind sie so stark durchlöchert, dass nur noch schmale Blattbereiche erhalten bleiben.
Der Baum wirkt dadurch häufig geschwächt und weniger vital.
Besonders nach regenreichen Frühjahren können ganze Kronen auffällig durchlöchert erscheinen.
🌱 Verformte Blätter
Neben den Löchern können die Blätter auch ihre normale Form verlieren.
Je nach Befallsstärke treten auf:
- leichte Wellen,
- unregelmäßige Blattformen,
- eingerissene Blattränder,
- teilweise eingerollte Blattbereiche.
Diese Veränderungen entstehen, weil gesundes und geschädigtes Gewebe unterschiedlich weiterwachsen.
🍂 Vorzeitiger Blattfall
Bei einem starken Befall verlieren viele Obstbäume ihre Blätter bereits deutlich vor dem Herbst.
Der frühzeitige Blattfall gehört zu den schwerwiegendsten Folgen der Schrotschusskrankheit.
Durch den Verlust großer Blattflächen kann der Baum weniger Photosynthese betreiben und dadurch weniger Energie bilden.
Vor allem junge oder bereits geschwächte Bäume reagieren empfindlich auf einen starken Blattverlust.
☀️ Eingeschränkte Photosynthese
Jedes Blatt dient dem Baum als „Energiefabrik“.
Sind große Teile der Blattfläche durch Flecken oder Löcher zerstört, steht weniger funktionsfähiges Gewebe für die Photosynthese zur Verfügung.
Die Folgen können sein:
- langsameres Wachstum,
- schwächerer Austrieb,
- geringere Fruchtgröße,
- geringerer Fruchtansatz,
- weniger Reservestoffe für den Winter.
Je stärker der Blattverlust ausfällt, desto größer ist die Belastung für den gesamten Baum.
🌧️ Witterungsabhängige Symptome
Die Stärke der Symptome hängt eng mit dem Wetter zusammen.
Besonders feuchte Frühjahre mit häufigem Regen fördern die Ausbreitung des Pilzes erheblich.
Bei längeren Regenperioden erscheinen häufig:
- mehr Blattflecken,
- größere Flecken,
- zahlreiche Löcher,
- früher Blattfall.
In trockenen Jahren bleibt der Befall dagegen oft deutlich schwächer.
🔍 Unterschiede zu Insektenfraß
Viele Gartenbesitzer vermuten zunächst Raupen oder Käfer als Ursache für die Löcher.
Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch deutliche Unterschiede.
Bei der Schrotschusskrankheit:
- entstehen zunächst braune Flecken,
- erst danach fallen die abgestorbenen Bereiche heraus,
- die Löcher sind meist rund und gleichmäßig,
- häufig sind viele Blätter gleichzeitig betroffen.
Beim Insektenfraß fehlen dagegen meist die vorhergehenden Blattflecken. Die Fraßstellen wirken oft unregelmäßig ausgefranst und befinden sich bevorzugt an den Blatträndern.
🌳 Auswirkungen auf den Baum
Ein leichter Befall verursacht häufig nur geringe Schäden.
Verlieren Steinobstbäume jedoch über mehrere Jahre hinweg frühzeitig große Teile ihres Laubes, wirkt sich dies deutlich auf ihre Vitalität aus.
Mögliche Folgen sind:
- schwächeres Triebwachstum,
- geringerer Fruchtansatz,
- kleinere Früchte,
- reduzierte Winterhärte,
- höhere Anfälligkeit gegenüber weiteren Krankheiten.
Besonders junge Kirsch-, Pflaumen-, Zwetschgen- und Aprikosenbäume reagieren empfindlich auf wiederkehrenden starken Blattverlust.
💡 Tipp vom Obstbaumpfleger
Schauen Sie sich die Blätter genau an. Entstehen zuerst kleine rötlich-braune Flecken und bilden sich erst einige Tage später die typischen runden Löcher, spricht vieles für die Schrotschusskrankheit. Unregelmäßige Löcher ohne vorherige Flecken deuten dagegen häufig auf Fraßschäden durch Insekten hin. Eine frühzeitige Unterscheidung erleichtert die Wahl der richtigen Gegenmaßnahmen erheblich.
📌 Merke
Die Blätter liefern die wichtigsten Hinweise auf eine Schrotschusskrankheit. Typisch sind zunächst kleine rötlich-braune Flecken, deren Gewebe später abstirbt und herausfällt. Die dadurch entstehenden runden Löcher verleihen den Blättern ihr charakteristisches, „wie mit Schrot beschossenes“ Aussehen und machen die Krankheit leicht erkennbar.
🌱 Symptome an den Trieben
Während die typischen Löcher in den Blättern das bekannteste Merkmal der Schrotschusskrankheit sind, können auch die Triebe deutlich geschädigt werden. Besonders junge, noch nicht vollständig verholzte Triebe sind anfällig für eine Infektion. Die Symptome fallen oft weniger auf als die Blattveränderungen und werden deshalb leicht übersehen.
Der Pilz dringt über kleine Verletzungen oder natürliche Öffnungen in das Gewebe ein und breitet sich dort aus. Dadurch entstehen zunächst kleine Schäden an der Rinde, die sich im weiteren Verlauf vergrößern können. Bei einem starken oder wiederkehrenden Befall können ganze Triebabschnitte geschwächt werden oder sogar absterben.
Da der Erreger häufig in den befallenen Trieben überwintert, stellen diese eine wichtige Infektionsquelle für das nächste Frühjahr dar. Eine regelmäßige Kontrolle der jungen Triebe ist daher ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugung.
🟤 Kleine eingesunkene Flecken
Die ersten Veränderungen zeigen sich häufig als kleine, unscheinbare Flecken auf der Rinde.
Diese Stellen sind meist:
- rund bis oval,
- leicht eingesunken,
- braun bis dunkelbraun gefärbt,
- deutlich dunkler als die gesunde Rinde.
Anfangs sind sie oft nur wenige Millimeter groß und fallen ohne genaue Kontrolle kaum auf.
Mit der Zeit können mehrere Flecken miteinander verschmelzen und größere geschädigte Bereiche bilden.
🌿 Verfärbungen der Rinde
Im weiteren Verlauf verändert sich die Farbe der betroffenen Rindenpartien.
Je nach Alter der Infektion erscheinen die Stellen:
- hellbraun,
- rotbraun,
- dunkelbraun,
- teilweise fast schwarz.
Die gesunde, glatte Rinde hebt sich deutlich von den geschädigten Bereichen ab.
Vor allem nach Regen wirken die befallenen Stellen häufig dunkler als das umliegende Gewebe.
🪵 Eingesunkene Rindenstellen
Mit fortschreitender Erkrankung stirbt das Gewebe unter der Rinde teilweise ab.
Dadurch entstehen kleine Vertiefungen, die sich mit den Fingern oft gut ertasten lassen.
Diese eingesunkenen Stellen können:
- wenige Millimeter,
- aber auch mehrere Zentimeter lang sein.
Sie verlaufen häufig länglich entlang des Triebes und sind ein Hinweis darauf, dass der Pilz bereits tiefer in das Gewebe eingedrungen ist.
💧 Harzaustritt (Gummifluss)
Ein häufiges Begleitsymptom an Steinobstbäumen ist der sogenannte Gummifluss.
Der Baum versucht, den Pilz abzuwehren, indem er Harz aus den geschädigten Stellen austreten lässt.
Dabei bilden sich:
- bernsteinfarbene Harztropfen,
- klebrige Harznasen,
- manchmal größere Harzklumpen.
Besonders Kirsch-, Pflaumen-, Aprikosen- und Pfirsichbäume reagieren auf Verletzungen und Pilzinfektionen häufig mit dieser Abwehrreaktion.
Allerdings ist Gummifluss kein eindeutiges Zeichen für die Schrotschusskrankheit. Er kann auch durch Frostschäden, mechanische Verletzungen, Sonnenbrand oder andere Pilzkrankheiten ausgelöst werden.
🌱 Absterbende Triebspitzen
Dringt der Pilz weiter in das Triebgewebe ein, kann die Wasser- und Nährstoffversorgung gestört werden.
Die Folge ist, dass einzelne Triebspitzen:
- welken,
- vertrocknen,
- braun werden,
- schließlich vollständig absterben.
Besonders junge Triebe reagieren empfindlich auf eine starke Infektion.
🍂 Vertrocknete Knospen
Auch die Knospen können befallen werden.
Geschädigte Knospen:
- öffnen sich im Frühjahr nicht,
- trocknen ein,
- verfärben sich dunkel,
- fallen teilweise frühzeitig ab.
Dadurch entstehen im Frühjahr kahle Bereiche innerhalb der Krone.
🌳 Rissige Rinde
Bei älteren Infektionsstellen kann die Rinde aufreißen.
Es entstehen:
- feine Längsrisse,
- kleine offene Stellen,
- unregelmäßige Wunden.
Diese Verletzungen bieten wiederum anderen Krankheitserregern oder holzzerstörenden Pilzen eine Eintrittspforte.
⚠️ Wachstumsstörungen
Sind mehrere Triebe betroffen, wirkt sich dies auf das Wachstum des gesamten Baumes aus.
Mögliche Folgen sind:
- kürzere Jahrestriebe,
- schwächerer Austrieb,
- weniger Seitentriebe,
- lichtere Krone,
- verzögerte Entwicklung.
Junge Obstbäume leiden darunter oft stärker als ältere, gut eingewurzelte Exemplare.
🔄 Wiederkehrende Infektionen
Ein besonderes Problem besteht darin, dass der Pilz in befallenen Trieben überwintern kann.
Bleiben diese Triebe am Baum, bildet der Erreger im nächsten Frühjahr erneut Sporen.
Diese werden durch Regen auf junge Blätter und Triebe verteilt und verursachen neue Infektionen.
Dadurch kann sich die Krankheit Jahr für Jahr im Baum halten, wenn befallene Triebe nicht entfernt werden.
🔍 Unterschiede zu anderen Triebschäden
Nicht jede braune oder vertrocknete Triebspitze ist auf die Schrotschusskrankheit zurückzuführen.
Frostschäden, Trockenstress oder andere Pilzkrankheiten können ähnliche Symptome verursachen.
Für die Schrotschusskrankheit spricht besonders, wenn:
- gleichzeitig die typischen durchlöcherten Blätter auftreten,
- kleine eingesunkene Rindenflecken sichtbar sind,
- Harzaustritt an den befallenen Stellen vorkommt,
- mehrere junge Triebe betroffen sind,
- der Befall nach einem feuchten Frühjahr auftritt.
Erst die Kombination dieser Merkmale ermöglicht meist eine sichere Diagnose.
🌳 Auswirkungen auf den Baum
Werden befallene Triebe nicht entfernt, können sie die Gesundheit des Baumes langfristig beeinträchtigen.
Mögliche Folgen sind:
- geringerer Neuaustrieb,
- schwächere Blütenbildung,
- weniger Fruchtholz,
- niedrigere Erträge,
- höhere Anfälligkeit gegenüber weiteren Krankheiten.
Bei jungen Bäumen kann ein starker Triebbefall den Kronenaufbau erheblich verzögern und die spätere Entwicklung beeinträchtigen.
💡 Tipp vom Obstbaumpfleger
Kontrollieren Sie Ihre Steinobstbäume nicht nur auf durchlöcherte Blätter, sondern auch auf junge Triebe. Kleine eingesunkene Rindenstellen oder Harzaustritt werden leicht übersehen, können aber wichtige Hinweise auf eine Infektion sein. Schneiden Sie befallene Triebe möglichst frühzeitig bis ins gesunde Holz zurück und entsorgen Sie das Schnittgut über den Hausmüll oder die Biotonne – nicht auf dem Kompost, da dort Pilzsporen überdauern können.
📌 Merke
Die Schrotschusskrankheit befällt nicht nur die Blätter, sondern auch junge Triebe und Knospen. Typisch sind kleine eingesunkene Rindenstellen, braune Verfärbungen, Harzaustritt und absterbende Triebspitzen. Da der Pilz häufig in diesen Trieben überwintert, sind sie eine wichtige Infektionsquelle für das nächste Frühjahr und sollten frühzeitig entfernt werden.
🍒 Symptome an den Früchten
Nicht nur Blätter und Triebe können von der Schrotschusskrankheit befallen werden – auch die Früchte bleiben häufig nicht verschont. Besonders bei einem starken Befall oder anhaltend feuchter Witterung können sich die Pilzsporen auf den jungen Früchten ansiedeln und dort charakteristische Schäden verursachen.
Im Vergleich zu den auffälligen Löchern in den Blättern sind die Symptome an den Früchten oft weniger eindeutig. Viele Gartenbesitzer halten sie zunächst für Hagelschäden, Insektenstiche oder mechanische Verletzungen. Bei genauer Betrachtung zeigen sich jedoch typische Merkmale, die auf einen Befall mit der Schrotschusskrankheit hinweisen.
Die Schäden beeinträchtigen vor allem das äußere Erscheinungsbild der Früchte. Je nach Stärke des Befalls kann jedoch auch die Fruchtentwicklung gestört werden. Stark geschädigte Früchte bleiben häufig kleiner, verformen sich oder fallen bereits vor der Ernte vom Baum.
🟤 Kleine rötlich-braune Flecken
Die ersten Anzeichen erscheinen meist als kleine, rundliche Flecken auf der Fruchtschale.
Diese Flecken sind:
- rotbraun bis dunkelbraun,
- rund oder leicht oval,
- wenige Millimeter groß,
- zunächst leicht eingesunken.
Anfangs treten oft nur einzelne Flecken auf. Mit zunehmendem Krankheitsverlauf können jedoch mehrere Stellen gleichzeitig entstehen.
Besonders junge Früchte sind empfindlich, da ihre Schale noch weich und leichter vom Pilz zu durchdringen ist.
🔘 Eingesunkene Läsionen
Im weiteren Verlauf sterben die befallenen Gewebezellen ab.
Dadurch entstehen kleine Vertiefungen auf der Fruchtoberfläche.
Diese eingesunkenen Stellen:
- fühlen sich härter an als gesundes Fruchtgewebe,
- besitzen meist einen scharf abgegrenzten Rand,
- können kreisrund oder unregelmäßig geformt sein.
Vor allem bei Pflaumen und Zwetschgen sind diese Vertiefungen häufig gut sichtbar.
🍒 Verformte Früchte
Werden junge Früchte früh infiziert, wächst das gesunde Fruchtgewebe weiter, während die geschädigten Bereiche in ihrer Entwicklung zurückbleiben.
Dadurch können sich die Früchte verformen.
Typische Veränderungen sind:
- ungleichmäßiges Wachstum,
- abgeflachte Bereiche,
- asymmetrische Früchte,
- leicht schiefe Form.
Solche Früchte bleiben zwar häufig essbar, entsprechen jedoch nicht mehr der üblichen Qualität.
💧 Harzaustritt an den Früchten
Bei einigen Steinobstarten reagiert die Frucht auf die Verletzung mit dem Austritt von Harz.
Dabei bilden sich:
- kleine bernsteinfarbene Harztropfen,
- klebrige Stellen,
- verhärtete Harzablagerungen.
Diese Reaktion tritt besonders häufig bei Kirschen und Aprikosen auf.
Der Harzaustritt ist ein natürlicher Abwehrmechanismus des Baumes, mit dem er versucht, den Pilzbefall einzudämmen.
🌑 Verfärbungen der Fruchtschale
Mit fortschreitender Erkrankung verändern sich die befallenen Stellen deutlich.
Die Flecken werden:
- dunkler,
- trockener,
- rauer,
- teilweise korkartig.
Die ursprünglich glatte Fruchtschale wirkt dadurch unregelmäßig und beschädigt.
⚫ Korkige Stellen
An älteren Infektionsstellen bildet sich häufig sogenanntes Korkgewebe.
Dieses dient dem Baum dazu, die verletzten Bereiche abzuschotten.
Die betroffenen Stellen:
- fühlen sich rau an,
- sind härter als die übrige Frucht,
- heben sich farblich deutlich ab.
Vor allem bei Pfirsichen und Aprikosen kann diese Verkorkung sehr ausgeprägt sein.
🌧️ Aufreißen der Fruchtschale
Bei starkem Befall verliert die Fruchtschale an Elastizität.
Während die Frucht weiter wächst, können die geschädigten Bereiche aufreißen.
Es entstehen:
- feine Risse,
- größere Spalten,
- offene Verletzungen.
Diese Risse stellen wiederum Eintrittspforten für weitere Krankheitserreger dar, beispielsweise für Monilia-Fruchtfäule oder Bakterien.
🍄 Sekundärinfektionen
Die durch den Pilz verursachten Verletzungen erleichtern anderen Krankheitserregern das Eindringen.
Dadurch entwickeln sich häufig zusätzliche Probleme wie:
- Fruchtfäulen,
- Schimmelpilze,
- bakterielle Infektionen.
Die eigentliche Schrotschusskrankheit wird dadurch oft von weiteren Schäden überlagert.
🍂 Vorzeitiger Fruchtfall
Ist der Befall besonders stark, kann der Baum geschädigte Früchte frühzeitig abwerfen.
Dies geschieht, weil der Baum versucht, seine verbleibenden Ressourcen auf gesunde Früchte zu konzentrieren.
Vorzeitiger Fruchtfall tritt besonders auf:
- nach lang anhaltenden Regenperioden,
- bei jungen Bäumen,
- bei sehr starkem Befall,
- wenn zusätzlich Trockenstress oder Nährstoffmangel vorliegen.
🍽️ Auswirkungen auf die Fruchtqualität
Selbst wenn befallene Früchte bis zur Ernte am Baum bleiben, leiden häufig Qualität und Aussehen.
Mögliche Folgen sind:
- kleinere Früchte,
- unregelmäßige Form,
- raue Schale,
- geringerer Marktwert,
- schlechtere Lagerfähigkeit.
Für den Eigenverbrauch sind leicht befallene Früchte meist weiterhin geeignet, sofern sie keine Anzeichen von Fäulnis zeigen. Im Erwerbsobstbau führen solche Schäden jedoch häufig zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten, da makellose Früchte für den Verkauf bevorzugt werden.
🔍 Unterschiede zu Hagelschäden und Insektenstichen
Schäden an den Früchten werden häufig falsch eingeordnet.
Hagelschäden entstehen plötzlich nach einem Unwetter und betreffen meist eine Seite der Baumkrone. Die Verletzungen wirken unregelmäßig und stehen oft in Verbindung mit weiteren mechanischen Schäden an Blättern oder Trieben.
Insektenstiche sind meist punktförmig und gehen häufig mit Fraßspuren, Bohrlöchern oder Kotkrümeln einher.
Für die Schrotschusskrankheit sprechen dagegen:
- zahlreiche kleine, gleichmäßig verteilte Flecken,
- eingesunkene braune Stellen,
- gleichzeitig befallene Blätter mit den typischen „Schrotschusslöchern“,
- Auftreten nach längeren feuchten Wetterperioden.
Erst die Kombination der Symptome an Blättern, Trieben und Früchten ermöglicht meist eine sichere Diagnose.
🌳 Auswirkungen auf den Ertrag
Ein leichter Fruchtbefall hat oft nur geringe Auswirkungen auf die Ernte.
Kommt es jedoch regelmäßig zu starken Infektionen, können die Folgen erheblich sein.
Dazu gehören:
- geringerer Fruchtansatz im Folgejahr durch geschwächte Bäume,
- höherer Anteil unverkäuflicher Früchte,
- vorzeitiger Fruchtfall,
- reduzierte Erntemenge,
- geringere Fruchtqualität.
Besonders im Erwerbsobstbau ist deshalb eine konsequente Vorbeugung von großer Bedeutung.
💡 Tipp vom Obstbaumpfleger
Kontrollieren Sie Ihre Früchte regelmäßig bereits kurz nach dem Fruchtansatz. Kleine braune, eingesunkene Flecken sind oft die ersten Hinweise auf einen Befall. Entfernen Sie stark geschädigte oder faulende Früchte möglichst frühzeitig aus dem Baum und vom Boden. So verringern Sie das Risiko, dass sich weitere Pilzkrankheiten ausbreiten und den Infektionsdruck im nächsten Jahr erhöhen.
📌 Merke
Die Schrotschusskrankheit kann auch die Früchte von Steinobstbäumen befallen. Typisch sind kleine braune, eingesunkene Flecken, korkige Veränderungen, Risse und gelegentlich Harzaustritt. Stark geschädigte Früchte verformen sich häufig, fallen vorzeitig ab oder werden anfälliger für weitere Pilzkrankheiten wie die Monilia-Fruchtfäule.
🌳 Auswirkungen auf den Baum
Die Schrotschusskrankheit wird von vielen Hobbygärtnern zunächst als rein optisches Problem angesehen. Die zahlreichen Löcher in den Blättern wirken zwar auffällig, scheinen den Baum aber auf den ersten Blick nicht ernsthaft zu beeinträchtigen. Tatsächlich kann ein leichter Befall oft ohne größere Folgen bleiben.
Anders sieht es jedoch aus, wenn die Krankheit regelmäßig auftritt oder sich bei feuchter Witterung stark ausbreitet. Dann werden nicht nur die Blätter geschädigt, sondern auch Triebe, Knospen und teilweise die Früchte. Der Baum verliert einen Teil seiner Fähigkeit, Energie zu bilden, muss ständig neues Gewebe erzeugen und wird dadurch zunehmend geschwächt.
Besonders junge Obstbäume sowie bereits geschwächte oder schlecht gepflegte Bäume reagieren empfindlich auf wiederkehrende Infektionen. Über mehrere Jahre kann sich die Vitalität deutlich verschlechtern und die Erträge gehen spürbar zurück.
🍃 Verringerte Photosynthese
Die Blätter sind die „Kraftwerke“ des Obstbaumes. Mithilfe der Photosynthese wandeln sie Sonnenlicht in Zucker um, der für Wachstum, Blütenbildung, Fruchtentwicklung und die Einlagerung von Reservestoffen benötigt wird.
Bei der Schrotschusskrankheit sterben Teile des Blattgewebes ab und fallen heraus. Dadurch verkleinert sich die nutzbare Blattfläche.
Je stärker der Befall ist, desto weniger Energie kann der Baum produzieren.
Die Folgen sind:
- geringere Zuckerproduktion,
- weniger Reservestoffe,
- verlangsamtes Wachstum,
- geringere Leistungsfähigkeit des gesamten Baumes.
Besonders problematisch wird dies, wenn bereits im Frühsommer ein großer Teil der Blattfläche verloren geht. Zu diesem Zeitpunkt benötigt der Baum besonders viel Energie für die Entwicklung seiner Früchte und neuen Triebe.
🍂 Vorzeitiger Blattverlust
Ein starker Befall führt häufig dazu, dass die Blätter bereits Wochen oder sogar Monate vor dem natürlichen Laubfall abgeworfen werden.
Für den Baum bedeutet dies eine erhebliche Belastung.
Ohne ausreichend Blätter kann er:
- weniger Photosynthese betreiben,
- weniger Zucker bilden,
- weniger Reservestoffe einlagern.
Wiederholt sich dieser frühzeitige Blattverlust über mehrere Jahre, nimmt die Vitalität des Baumes deutlich ab.
🌱 Schwächeres Triebwachstum
Da dem Baum weniger Energie zur Verfügung steht, fällt auch der jährliche Zuwachs geringer aus.
Typische Anzeichen sind:
- kürzere Jahrestriebe,
- dünnere Zweige,
- weniger Seitentriebe,
- schwächerer Kronenaufbau.
Besonders junge Obstbäume benötigen kräftige Triebe, um eine stabile Krone zu entwickeln. Wird ihr Wachstum durch die Schrotschusskrankheit wiederholt gebremst, verzögert sich ihre Entwicklung und sie benötigen länger, bis sie ihr volles Ertragspotenzial erreichen.
🌸 Weniger Blüten im Folgejahr
Viele Obstbäume legen ihre Blütenknospen bereits im Sommer des Vorjahres an.
Ist der Baum durch die Schrotschusskrankheit geschwächt, stehen ihm dafür weniger Energie und Nährstoffe zur Verfügung.
Die Folge können sein:
- weniger Blütenknospen,
- kleinere Blüten,
- geringere Blühfreudigkeit.
Dadurch wirkt sich eine starke Infektion häufig nicht nur auf die aktuelle, sondern auch auf die Ernte des folgenden Jahres aus.
🍒 Geringerer Fruchtertrag
Ein geschwächter Baum kann seine Früchte nicht mehr optimal versorgen.
Dies zeigt sich unter anderem durch:
- kleinere Früchte,
- geringere Fruchtzahl,
- schlechtere Ausfärbung,
- schwächere Aromaentwicklung.
In Jahren mit starkem Befall kann der Ertrag deutlich geringer ausfallen als bei gesunden Bäumen.
Im Erwerbsobstbau können dadurch erhebliche wirtschaftliche Verluste entstehen.
🍑 Schlechtere Fruchtqualität
Neben der Erntemenge leidet häufig auch die Qualität der Früchte.
Geschädigte Bäume bringen oft Früchte hervor, die:
- kleiner bleiben,
- sich ungleichmäßig entwickeln,
- Verformungen zeigen,
- weniger lagerfähig sind.
Vor allem bei Obst, das verkauft werden soll, können solche Qualitätsmängel den wirtschaftlichen Wert deutlich mindern.
🌳 Geschwächte Baumvitalität
Jede Pilzinfektion bedeutet für den Baum Stress.
Er muss:
- beschädigtes Gewebe ersetzen,
- Krankheitserreger abwehren,
- neue Blätter bilden,
- verletzte Stellen verschließen.
All diese Prozesse verbrauchen Energie.
Je häufiger dies geschieht, desto stärker werden die Reservestoffe des Baumes aufgebraucht.
Der Baum wirkt insgesamt:
- weniger kräftig,
- wächst langsamer,
- treibt schwächer aus,
- regeneriert sich schlechter nach Trockenheit oder Frost.
🦠 Höhere Anfälligkeit für weitere Krankheiten
Ein geschwächter Obstbaum kann Krankheitserreger deutlich schlechter abwehren.
Außerdem entstehen durch beschädigte Blätter, Triebe und Früchte zahlreiche Eintrittspforten für andere Pilze und Bakterien.
Dadurch steigt das Risiko für weitere Erkrankungen, beispielsweise:
- Monilia-Fruchtfäule,
- Bakterienbrand,
- Rindenkrankheiten,
- Holzfäulen.
Oft ist daher nicht die Schrotschusskrankheit allein das größte Problem, sondern die Kombination mehrerer Krankheiten an einem bereits geschwächten Baum.
❄️ Geringere Winterhärte
Im Spätsommer und Herbst lagert der Baum Zucker und andere Reservestoffe in Stamm, Ästen und Wurzeln ein.
Diese Reserven helfen ihm:
- den Winter zu überstehen,
- Frostschäden zu vermeiden,
- im Frühjahr kräftig auszutreiben.
Verliert der Baum jedoch bereits im Sommer viele Blätter, kann er deutlich weniger Reservestoffe bilden.
Dadurch steigt das Risiko für:
- Frostschäden,
- schwachen Austrieb,
- verzögertes Wachstum im nächsten Frühjahr.
🌱 Langfristige Folgen wiederkehrender Infektionen
Ein einmaliger leichter Befall verursacht meist keine dauerhaften Schäden.
Treten jedoch über mehrere Jahre hinweg starke Infektionen auf, summieren sich die Belastungen.
Der Baum kann dadurch:
- dauerhaft an Vitalität verlieren,
- langsamer wachsen,
- weniger Fruchtholz bilden,
- regelmäßig geringere Ernten liefern,
- früher altern.
Besonders in dichten, schlecht belüfteten Kronen oder an dauerhaft feuchten Standorten kann sich dieser Kreislauf Jahr für Jahr wiederholen.
👨🌾 Junge Bäume sind besonders gefährdet
Junge Steinobstbäume reagieren empfindlicher auf die Schrotschusskrankheit als ältere, gut eingewurzelte Exemplare.
Sie verfügen noch über geringere Energiereserven und befinden sich in einer wichtigen Entwicklungsphase.
Ein starker Befall kann:
- den Kronenaufbau verzögern,
- das Höhenwachstum bremsen,
- die Ausbildung von Fruchtholz beeinträchtigen,
- die ersten Erträge hinauszögern.
Gerade in den ersten Standjahren lohnt sich deshalb eine regelmäßige Kontrolle besonders.
💡 Tipp vom Obstbaumpfleger
Ein einzelnes durchlöchertes Blatt ist meist kein Grund zur Sorge. Problematisch wird die Schrotschusskrankheit vor allem dann, wenn der Baum Jahr für Jahr frühzeitig viele Blätter verliert. Achten Sie deshalb nicht nur auf die Symptome, sondern auch auf die Entwicklung der Baumkrone. Ein kräftiger Austrieb, gesundes Laub und eine lockere Krone sind die beste Voraussetzung dafür, dass der Baum kleinere Infektionen selbst gut verkraften kann.
📌 Merke
Die größten Schäden der Schrotschusskrankheit entstehen häufig nicht durch die Löcher in den Blättern selbst, sondern durch den frühzeitigen Blattverlust und den damit verbundenen Energiemangel. Dadurch wachsen Triebe schwächer, es werden weniger Blütenknospen gebildet, die Fruchtqualität nimmt ab und der Baum wird anfälliger für weitere Krankheiten. Eine konsequente Vorbeugung und regelmäßige Pflege tragen entscheidend dazu bei, die Vitalität des Obstbaums langfristig zu erhalten.
Schrotschusskrankheit bekämpfen
Die Schrotschusskrankheit lässt sich nicht rückgängig machen. Ein Blatt, das bereits die typischen Löcher aufweist, wird sich nicht mehr regenerieren. Ziel aller Bekämpfungsmaßnahmen ist daher nicht die Heilung bereits geschädigter Blätter, sondern die Verringerung des Infektionsdrucks und der Schutz des gesunden Pflanzengewebes.
Je früher ein Befall erkannt wird, desto besser lässt sich seine Ausbreitung eindämmen. Besonders wichtig ist eine Kombination aus hygienischen Maßnahmen, einem fachgerechten Obstbaumschnitt und einer guten allgemeinen Baumpflege. Ein kräftiger, vitaler Baum kann kleinere Infektionen häufig besser verkraften als ein geschwächtes Exemplar.
🔍 Den Baum regelmäßig kontrollieren
Bereits ab dem Austrieb im Frühjahr sollten Steinobstbäume regelmäßig kontrolliert werden.
Achten Sie insbesondere auf:
- kleine rötlich-braune Blattflecken,
- erste Löcher in den Blättern,
- eingesunkene Stellen an jungen Trieben,
- Harzaustritt,
- beschädigte Früchte.
Je früher eine Infektion erkannt wird, desto einfacher lassen sich befallene Pflanzenteile entfernen, bevor sich der Pilz weiter ausbreitet.
✂️ Befallene Triebe entfernen
Da der Pilz häufig in jungen Trieben überwintert, ist das Entfernen befallener Zweige eine der wichtigsten Bekämpfungsmaßnahmen.
Schneiden Sie:
- vertrocknete Triebspitzen,
- Triebe mit eingesunkenen Rindenstellen,
- Zweige mit starkem Harzaustritt,
- offensichtlich abgestorbene Partien
bis in das gesunde Holz zurück.
Der Schnitt sollte an trockenen Tagen erfolgen, damit die Schnittstellen möglichst schnell abtrocknen und das Risiko weiterer Infektionen sinkt.
🍂 Befallenes Laub entfernen
Im Herbst sollten möglichst alle abgefallenen Blätter eingesammelt werden.
Auf befallenem Laub können Krankheitserreger überdauern und im nächsten Frühjahr erneut Infektionen verursachen.
Entfernen Sie deshalb:
- befallene Blätter,
- Fruchtmumien,
- abgestorbene Pflanzenteile.
Dadurch wird die Menge an überwinternden Pilzsporen deutlich reduziert.
🍒 Befallene Früchte beseitigen
Stark geschädigte oder faulende Früchte sollten möglichst früh entfernt werden.
Sie können:
- weitere Pilzkrankheiten fördern,
- Schimmelpilzen als Nährboden dienen,
- den allgemeinen Infektionsdruck erhöhen.
Auch Fruchtmumien, die nach der Ernte am Baum hängen bleiben, sollten vollständig entfernt werden.
🌳 Krone regelmäßig auslichten
Eine dichte Baumkrone trocknet nach Regen deutlich langsamer ab.
Feuchtigkeit auf Blättern und Trieben schafft ideale Bedingungen für den Pilz.
Durch einen regelmäßigen Erhaltungs- oder Sommerschnitt verbessern Sie:
- die Luftzirkulation,
- den Lichteinfall,
- das schnelle Abtrocknen der Blätter.
Dadurch sinkt das Risiko neuer Infektionen erheblich.
💧 Blätter möglichst trocken halten
Der Pilz benötigt Feuchtigkeit, um neue Pflanzengewebe zu infizieren.
Vermeiden Sie daher möglichst:
- Beregnung über die Baumkrone,
- dauerhaft nasse Blätter,
- unnötiges Gießen am Abend.
Falls gegossen werden muss, sollte dies möglichst direkt im Wurzelbereich erfolgen.
🌱 Den Baum stärken
Ein gesunder Obstbaum ist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten.
Achten Sie auf:
- ausgewogene Nährstoffversorgung,
- ausreichend Wasser während längerer Trockenperioden,
- einen lockeren Boden,
- eine unbeschädigte Baumscheibe,
- regelmäßige Pflege.
Ein kräftiger Baum kann kleinere Infektionen häufig selbst besser kompensieren.
🧴 Pflanzenschutzmittel
Im Hausgarten steht die Vorbeugung im Vordergrund. Pflanzenschutzmittel sollten nur eingesetzt werden, wenn sie für die jeweilige Obstart und den vorgesehenen Verwendungsbereich zugelassen sind. Lesen und befolgen Sie stets die Angaben auf dem Etikett.
Kupferhaltige Mittel können im Erwerbsobstbau oder – soweit zugelassen – im Hausgarten vorbeugend eingesetzt werden. Sie wirken vor allem schützend auf gesundes Pflanzengewebe und können bereits entstandene Schäden nicht heilen. Da sich Zulassungen ändern können, sollten Sie sich vor einer Anwendung über die aktuell zugelassenen Produkte informieren.
🚫 Typische Fehler bei der Bekämpfung
Viele Maßnahmen bleiben wirkungslos, weil typische Fehler gemacht werden.
Dazu gehören:
- nur die Blätter zu beachten und befallene Triebe zu übersehen,
- Fruchtmumien im Baum hängen zu lassen,
- den Baum nicht regelmäßig auszulichten,
- über die Krone zu gießen,
- Schnittarbeiten bei Regen oder unmittelbar danach durchzuführen.
Schon kleine Änderungen in der Pflege können den Krankheitsdruck langfristig deutlich verringern.
💡 Tipp vom Obstbaumpfleger
Die wichtigste Maßnahme gegen die Schrotschusskrankheit ist nicht ein einzelner Schnitt oder ein Pflanzenschutzmittel, sondern die konsequente Kombination mehrerer Maßnahmen. Entfernen Sie befallene Triebe frühzeitig, halten Sie die Krone luftig und beseitigen Sie im Herbst sämtliches befallenes Laub. So entziehen Sie dem Pilz einen großen Teil seiner Überwinterungsmöglichkeiten und senken den Infektionsdruck für das nächste Frühjahr deutlich.
🛡️ Schrotschusskrankheit vorbeugen
Die wirksamste Strategie gegen die Schrotschusskrankheit ist eine konsequente Vorbeugung. Hat sich der Pilz erst einmal im Baum ausgebreitet, lassen sich bereits entstandene Schäden nicht mehr rückgängig machen. Mit den richtigen Pflegemaßnahmen können Sie jedoch das Risiko einer Infektion deutlich reduzieren und Ihren Obstbaum langfristig gesund erhalten.
Vorbeugung bedeutet vor allem, dem Pilz möglichst ungünstige Lebensbedingungen zu schaffen. Da der Erreger Feuchtigkeit liebt, stehen eine gute Belüftung der Baumkrone und das schnelle Abtrocknen von Blättern und Trieben im Mittelpunkt.
☀️ Einen geeigneten Standort wählen
Bereits bei der Pflanzung lässt sich viel für die Gesundheit des Baumes tun.
Ein guter Standort sollte:
- sonnig,
- luftig,
- nicht dauerhaft feucht,
- gut durchlüftet
sein.
An schattigen oder windgeschützten Standorten bleiben Blätter nach Regen oft deutlich länger nass. Dadurch steigt die Gefahr einer Infektion.
🌳 Eine lockere Baumkrone fördern
Eine gut aufgebaute Krone gehört zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen.
Durch regelmäßigen Schnitt:
- gelangt mehr Licht ins Kroneninnere,
- kann Wind die Blätter schneller trocknen,
- sinkt die Luftfeuchtigkeit zwischen den Ästen.
Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für den Pilz erheblich.
✂️ Regelmäßiger Obstbaumschnitt
Ein fachgerechter Schnitt dient nicht nur der Fruchtqualität, sondern auch der Gesunderhaltung des Baumes.
Entfernt werden sollten:
- nach innen wachsende Triebe,
- sich kreuzende Äste,
- abgestorbenes Holz,
- kranke Zweige,
- steil aufrechte Wasserschosse.
Je luftiger die Krone ist, desto geringer ist meist auch der Krankheitsdruck.
🍂 Sauberkeit im Obstgarten
Eine gute Gartenhygiene wird häufig unterschätzt.
Entfernen Sie regelmäßig:
- abgefallenes Laub,
- Fruchtmumien,
- abgestorbene Zweige,
- stark befallene Pflanzenteile.
Dadurch werden viele Überwinterungsorte des Pilzes beseitigt.
💧 Richtig gießen
Wenn Bewässerung notwendig ist, sollte möglichst nur der Wurzelbereich gegossen werden.
Vermeiden Sie:
- Rasensprenger, die die Baumkrone benetzen,
- lang anhaltende Blattnässe,
- Gießen in den Abendstunden.
Morgendliches Gießen ermöglicht den Blättern, im Laufe des Tages rasch abzutrocknen.
🌱 Den Baum gesund halten
Ein kräftiger Obstbaum ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten.
Dazu gehören:
- eine bedarfsgerechte Düngung,
- ausreichende Wasserversorgung in Trockenzeiten,
- ein lockerer, humusreicher Boden,
- regelmäßige Pflege.
Übermäßige Stickstoffdüngung sollte vermieden werden, da sie einen starken Austrieb mit weichem, besonders anfälligem Gewebe fördern kann.
🔍 Frühzeitig kontrollieren
Kontrollieren Sie Ihren Baum besonders zwischen April und Juni regelmäßig.
Achten Sie auf:
- erste Blattflecken,
- kleine Rindenveränderungen,
- Harzaustritt,
- ungewöhnliche Fruchtflecken.
Je früher ein Befall erkannt wird, desto einfacher lässt sich seine Ausbreitung begrenzen.
🌱 Robuste Sorten bevorzugen
Zwischen den verschiedenen Steinobstsorten bestehen Unterschiede in ihrer Anfälligkeit gegenüber der Schrotschusskrankheit. Informieren Sie sich daher bereits beim Kauf, ob für Ihre Region widerstandsfähigere Sorten empfohlen werden. Eine robuste Sorte ersetzt zwar keine gute Pflege, kann den Krankheitsdruck jedoch spürbar verringern.
👨🌾 Regelmäßige Pflege zahlt sich aus
Viele Gartenbesitzer reagieren erst, wenn bereits deutliche Schäden sichtbar sind.
Dabei ist eine kontinuierliche Pflege wesentlich erfolgreicher.
Ein jährlich gepflegter Obstbaum:
- bleibt vitaler,
- entwickelt eine stabile Krone,
- trocknet schneller ab,
- ist insgesamt widerstandsfähiger.
Oft reichen bereits wenige gezielte Pflegemaßnahmen aus, um den Befall dauerhaft gering zu halten.
💡 Tipp vom Obstbaumpfleger
Die beste Vorbeugung beginnt nicht erst beim ersten Blattfleck, sondern bereits im Winter. Ein fachgerecht geschnittener Obstbaum mit einer lockeren, gut belüfteten Krone trocknet nach Regen deutlich schneller ab. In meiner Praxis zeigt sich immer wieder, dass regelmäßig gepflegte Bäume wesentlich seltener und meist auch deutlich schwächer von der Schrotschusskrankheit betroffen sind als lange nicht geschnittene Obstbäume.
📌 Merke
Die Schrotschusskrankheit lässt sich am wirksamsten durch Vorbeugung kontrollieren. Ein sonniger Standort, eine lockere Baumkrone, regelmäßige Schnittmaßnahmen, sorgfältige Gartenhygiene und eine gute Pflege schaffen ungünstige Bedingungen für den Pilz. Tritt dennoch ein Befall auf, sollten befallene Triebe, Früchte und Blätter möglichst frühzeitig entfernt werden, um den Infektionsdruck für die folgenden Jahre zu verringern.